Schröpfen

 

Sanfte Hilfe bei Muskel-, Weichteil- und Organproblemen

 

Schröpfen

Kleine Gläser auf der Haut sollen mittels Unterdruck Verspannungen lösen und Schmerzen lindern. Das Verfahren ist seit Tausenden von Jahren bekannt und spätestens seit Schwimmer Michael Phelps in aller Munde

 

Die Menschen im alten Rom und afrikanische Medizinmänner benutzten Tierhörner, um zu schröpfen. In der Türkei ist das Schröpfen bis heute Teil der Volksmedizin, und auch in der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) wird das Schröpfen angewendet.

 

Heutzutage wird vor allem bei Verspannungen, akuten und chronischen Infekten und Muskelbeschwerden geschröpft. Ziel ist, Blockaden zu lösen, die Muskulatur zu erwärmen und zu lockern sowie die Durchblutung anzuregen.

Beim Schröpfen wird mithilfe spezieller Gläser lokal ein Unterdruck auf einer begrenzten Hautfläche und dem darunter liegenden Gewebe erzeugt. Durch das dabei entstehende Extravasat beziehungsweise das folgende Hämatom werden das Immunsystem und die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert.

 

Es werden drei Arten des Schröpfens unterschieden: das trockene Schröpfen, das blutige Schröpfen und die Schröpfkopfmassage.

 

Beim trockenen Schröpfen werden die Schröpfkugeln direkt auf die entsprechenden Muskeln bzw. auf das Gewebe, oder auf die Reflexionsstelle gesetzt. Durch den Unterdruck wird dieser Bereich stärker durchblutet und die Gewebsschichten angehoben. Dabei werden Verklebungen oder Blockaden gelöst. Gleichzeitig werden Erethrozyten aus der Blutbahn in das Gewebe gezogen, wodurch "blaue Flecken", sogenannte Hämatome entstehen. Dadurch wird ebenfalls das Immunsystem stimmuliert und aktiviert.

 

Das blutige Schröpfen wird häufig bei akuten Schmerzzuständen oder Autoimmunerkrankungen angewendet. Durch das leichte Einstechen bzw. anritzen der Haut bevor die Schröpfkugeln aufgesetzt werden, werden Mikro-Aderlasse erzeugt, die sowohl die Fließeigenschaften des Blutes, als auch der Lymphe verbessert. Gleichzeitig wird die Blutbildung angeregt und das Immunsystem stimmuliert. Das blutige, oder auch nasse Schröpfen gehört auch zu den ausleitenden Verfahren!

Die Schröpfkopf-Massage kann als Variante des trockenen Schröpfens angesehen werden. Dabei wird auf den vorher ausreichend eingeölten Hautpatien ein Schröpfkopf gesetzt und vom Behandler stetig bewegt. Dabei entsteht eine tiefe Bindegewebsmassage, wobei Verklebungen gelöst, das Gewebe stark durchblutet und der Lymphfluss angeregt wird.Gerade bei großflächigen Muskel- und Gewebsproblemen ist eine Schröpfkopf-Massage sehr effektiv und angenehm.